Gemeinsam mit unserem Europaabgeordneten Oliver Schenk durfte ich einen intensiven und spannenden Tag in unserer Region erleben. Vier ganz unterschiedliche Stationen haben dabei eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert, innovativ und zukunftsorientiert unsere Heimat aufgestellt ist – gleichzeitig aber auch, vor welchen Herausforderungen Unternehmen und Einrichtungen aktuell stehen. Besonders wichtig war uns dabei nicht nur das Zuhören, sondern auch der gemeinsame Blick auf konkrete Lösungsansätze.
Starke Bildung und Betreuung von Anfang an – Besuch der Kita „Am Wasserturm" in Limbach-Oberfrohna
Unsere erste Station führte uns in die moderne integrative Kindertagesstätte „Am Wasserturm" in Limbach-Oberfrohna. Der erst 2024 eröffnete Neubau bietet hervorragende Bedingungen für Kinder, Erzieherinnen und Erzieher sowie Familien. Mit einem offenen pädagogischen Konzept, Krippen- und Kindergartenplätzen sowie Integrativangeboten ist hier ein Ort entstanden, an dem Kinder individuell gefördert werden und sich wohlfühlen können.
Besonders bewegend war der herzliche Empfang durch die Kinder, die uns mit Liedern begrüßten. Beim anschließenden Rundgang und im Gespräch mit dem Kinderrat wurde schnell deutlich, wie wichtig gute frühkindliche Bildung für unsere Gesellschaft ist.
Im Austausch mit der pädagogischen Leitung Herrn Fischer sowie Vorstandsvertreter David Thiel standen zentrale Zukunftsfragen im Mittelpunkt: sinkende Kinderzahlen, finanzielle Herausforderungen, die dauerhafte Verankerung der Kita-Sozialarbeit und die dringend notwendige Verbesserung der Erzieher-Kind-Relation.
Gerade in Zeiten des demografischen Wandels braucht es politische Verlässlichkeit. Gute Betreuung darf nicht vom Wohnort oder von finanziellen Möglichkeiten abhängen. Deshalb ist klar: Familien müssen weiterhin entlastet, soziale Berufe attraktiv gehalten und Fachkräfte langfristig gesichert werden. Gleichzeitig zeigt die Einrichtung eindrucksvoll, dass Investitionen in moderne Bildungsangebote Investitionen in die Zukunft unserer Region sind.
Landwirtschaft zwischen Innovation und Wettbewerbsdruck – Besuch der Agrargenossenschaft Langenchursdorf eG
Die zweite Station führte uns zur Agrargenossenschaft Langenchursdorf eG in Callenberg – einem der modernsten landwirtschaftlichen Betriebe unserer Region. Hier wurde einmal wieder sichtbar, mit welchem hohen Maß an Verantwortung und Professionalität unsere Landwirtschaft täglich arbeitet.
Der Betrieb verbindet nachhaltige Lebensmittelproduktion, moderne Tierhaltung, Energieerzeugung und Ausbildung junger Fachkräfte. Vorstandsvorsitzender Rainer Stauch schilderte offen die aktuellen Herausforderungen für die Branche: steigende Kosten, zunehmende Bürokratie und ein wachsender Wettbewerbsdruck auf internationalen Märkten.
Besonders deutlich wurde dies am Beispiel der EU-Regelungen zur Rapsbeize. Nach einem früheren Produktionsfehler und den daraus resultierenden Schäden wurde die Nutzung europaweit untersagt. Für die Betriebe bedeutet das heute deutlich mehr Arbeitsaufwand und höhere Kosten. Auch die massiv gestiegenen Lohnkosten sowie sinkende Flächenprämien setzen die Landwirtschaft unter Druck.
Gleichzeitig wurde klar: Unsere heimischen Landwirte leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgungssicherheit, zum Erhalt unserer Kulturlandschaft und zur regionalen Wertschöpfung. Deshalb braucht es faire Wettbewerbsbedingungen in Europa, verlässliche Förderinstrumente und weniger Bürokratie. Innovative Ansätze, Digitalisierung und moderne Infrastruktur können dabei helfen, die Betriebe langfristig wettbewerbsfähig zu halten.
Gerade der Wunsch nach gezielter Unterstützung nachhaltiger Maßnahmen – etwa bei Zwischenfruchtprogrammen – zeigt, dass viele Betriebe bereit sind, Verantwortung für Umwelt- und Klimaschutz zu übernehmen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.
Logistik als Rückgrat der Wirtschaft – Besuch der Spedition Prüstel
Wie wichtig funktionierende Transport- und Lieferketten für unseren Wirtschaftsstandort sind, zeigte der Besuch bei der Spedition Prüstel in Callenberg. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und investiert kontinuierlich in moderne und nachhaltige Logistiklösungen.
Besonders beeindruckend war der moderne Fuhrpark mit bereits zahlreichen E-LKWs sowie die hohe Innovationsbereitschaft des Unternehmens. Geschäftsführer Heiko Augustin machte jedoch auch deutlich, wie herausfordernd die aktuellen politischen Rahmenbedingungen für die Branche sind.
Im Mittelpunkt standen Fragen zur LKW-Maut, zu Wettbewerbsnachteilen innerhalb Europas, zur CO₂-Bepreisung sowie zum akuten Fachkräftemangel. Gerade die unterschiedlichen Regelungen innerhalb der EU sorgen häufig für unnötige Belastungen und Wettbewerbsverzerrungen. Gleichzeitig erschweren komplizierte Anerkennungsverfahren für ausländische Fahrer die dringend benötigte Fachkräftegewinnung.
Deutlich wurde aber auch: Viele Lösungen liegen bereits auf dem Tisch. Schnellere Anerkennungsverfahren, vereinfachte Einwanderung für qualifizierte Arbeitskräfte, technologieoffene Förderprogramme und ein europaweit fairer Wettbewerb könnten die Branche spürbar entlasten.
Auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-LKW besteht großes Potenzial. Unternehmen wie Prüstel investieren bereits heute aktiv in klimafreundliche Technologien. Jetzt braucht es passende Förderbedingungen und praktikable Regelungen, damit diese Transformation erfolgreich gelingen kann.
Der Sachsenring als Zukunftsmotor der Region – Besuch der Sachsenring Event GmbH
Den Abschluss des Tages bildete der Besuch der Sachsenring Event GmbH in Oberlungwitz. Schon die beeindruckende Kulisse im Start- und Zielturm, während unten auf der Strecke die Fahrer der IDM unterwegs waren, machte deutlich: Der Sachsenring ist weit mehr als nur eine Rennstrecke – er ist ein emotionales Aushängeschild und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region.
Gemeinsam mit den Verantwortlichen rund um Klaus Klötzner und Dr. Lutz Oeser wurde darüber gesprochen, wie der Sachsenring langfristig als Austragungsort internationaler Motorsportveranstaltungen gesichert und zugleich noch stärker in den regionalen Transformationsprozess eingebunden werden kann.
Dabei wurde deutlich, welches enorme Potenzial der Standort bietet – nicht nur im Motorsport, sondern auch in Bereichen wie Forschung, Entwicklung, Mobilitätsinnovationen und Tourismus. Der Sachsenring verbindet Tradition mit Zukunft und schafft internationale Aufmerksamkeit für unsere Region.
In Zeiten des wirtschaftlichen Wandels braucht es solche starken Identifikationsorte, die Innovation, Wirtschaftskraft und Begeisterung miteinander verbinden. Der Sachsenring kann dabei ein wichtiger Impulsgeber für neue Kooperationen und Zukunftsprojekte werden.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Der Tag mit Oliver Schenk hat einmal mehr gezeigt, wie viel Engagement, Innovationskraft und Verantwortungsbewusstsein in unserer Region steckt. Ob Bildung, Landwirtschaft, Logistik oder Motorsport – überall arbeiten Menschen mit Leidenschaft daran, unsere Heimat zukunftsfähig zu gestalten.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Politik die Aufgabe hat, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, Bürokratie abzubauen und Unternehmen sowie Einrichtungen bei Transformation und Fachkräftesicherung aktiv zu unterstützen.
Unsere Region hat enormes Potenzial – und genau dieses Potenzial wollen wir gemeinsam weiter stärken.